Andreas Gabalier im Max-Morlock-Stadion

Eine ultimative Belastungsprobe für den Rasen

Die Tage vor und nach dem Samstag, 13. Juli 2019 sind schon ein Jahr im voraus rot im Kalender markiert. Während sich über 50.000 Fans auf die letzte Jubiläumsshow von Volks-Rock’n’Roller Andreas Gabalier freuen, leiden die Platzwarte des 1. FC Nürnberg mit dem Rasen, der für das Konzert unter zentimerdicken Kunstoff-Spezialplatten verschwindet – denn nur eine Woche nach dem Konzert soll bereits das nächste Spiel auf dem „heiligen Grün“ gegen Paris-Saint Germain stattfinden.

Mit dem Aufstieg in die Bundesliga wurde im März 2018 der komplette Rasen im Max-Morlock-Stadion ausgetauscht. Knapp 8.000 Quadratmeter des heiligen Grün wurden in Holland aufgezogen und innerhalb von vier Arbeitstagen verlegt – eine kostspielige Aktion.

Den rund zwei Milliarden Grashalmen gilt die volle Aufmerksamkeit der Greenkeeper des 1. FC Nürnberg. Ihre Aufgabe: dafür zu sorgen, dass der Rasen Tag für Tag „dicht, saftig und dunkelgrün“- und perfekt gepflegt ist.

Vorher – Nachher (36 Stunden danach)

Der Aufbau beginnt

Am Montagvormittag treffen die ersten LKWs mit Bodenmaterial am Stadion ein. Für die in Pyrbaum bei Nürnberg ansässigen Kollegen von BÜMO ein echtes Heimspiel – sonst sind sie zusammen mit ihren internationalen Kollegen von MOJO Rental weltweit unterwegs, um Stadien und Arenen abzudecken und mit Infrastruktur für Großveranstaltungen auszustatten.

 

Rasenabdeckungen sind immer ein sensibles Thema und erfordern viel Fingerspitzengefühl“ so Goran Marincic, Geschäftsführer von BÜMO.

„Wir beginnen im Norden mit der Tartanbahn, damit der Bühnenbau beginnen und die Arena mit schwerem Gerät befahren werden kann. Dabei decken wir nur soviel Rasen ab, wie unbedingt für den Bühnenbau notwendig. Der Rest kommt später.“

Zum Einsatz im Max-Morlock Stadion kommt hier TERRATRAK plus®.
Dieser Kunststoffboden ist – bei idealer Lastverteilung – bis zu 730t/m² belastbar.

Terratrak Plus®

Das wohl beste und leistungsfähigste Schwerlast-Rasenschutzsystem auf dem Markt. Seine patentierte Bauart und das eingesetzte hochverdichtete Polyethylen ermöglichen eine Lastaufnahme bis zu 700to/m2. Ein ummlaufendes Lock-System sorgt für eine feste Verbindung der Platten.

Seit vielen Jahren vertrauen Stadionbetreiber und Greenkeeper, denen ihr wertvoller Rasen am Herzen liegt, rund um den Globus, auf Terratrak Plus. Das lichtdurchlässige Material ssorgt dafür, dass der Rasen selbst nach mehreren Tagen und hohem Lasteintrag nicht ausgetauscht werden muß.

Das Befahren mit LKW, Gabelstaplern, Hubarbeitsbühnen und Mobilkränen ist problemlos möglich.

Trotz Hightech-Boden: Die Zeit läuft!

Fast 38 Meter Tartanbelag trennen den Innenrand des Ovals vom Rasen – doch dieser Platz reicht für die Bühne nicht ganz aus: Die gigantischen Loadingdocks für die Show des Volk-Rock’n’Rollers benötigen soviel Platz, dass die vordere Bühnenkante in das Spielfeld hineinragt.

Auch wenn der verwendete Boden speziell auf empfindliche Rasenoberflächen ausgelegt ist und aufgrund seiner Bauweise eine bestmögliche Lastverteilung bietet – die Faktoren Liegezeit und Belastung sind im Bereich der Bühne extrem.

„Drei, maximal vier Tage Liegezeit mit mittleren Belastungen steckt der Rasen locker weg und sieht innerhalb von 1-2 Tagen wieder wie vorher aus. Aber im Bereich der Bühne bei über sieben Tagen – und wiederholten Belastungen im zweistelligen Tonnenbereich wäre es ein Glücksfall, wenn der Rasen in diesem Bereich die Show überlebt.“

Erst einen Tag vorher: Das Grün des Spielfelds verschwindet.

Zum Schluss muss es schnell gehen: Erst einen Tag vor der Show wird das komplette Spielfeld abgedeckt. Zum Einsatz kommt hier das licht-, luft- und wasserdurchlässige Supatrac®, welches speziell für Zuschauerbereiche konzeptioniert ist.
Noch während die Platten verlegt werden, beginnen die restlichen Aufbauarbeiten im Publikumsbereich. Neben den Bühnenbarrikaden, Kabelkanälen, Mobilzäunen, Absperr- und Polizeigitter muss auch noch die restliche Infrastruktur aufgebaut werden. Die Teams von BÜMO sind aber nicht nur mit der Bodenabdeckung im Einsatz, auch die Ausstattung der Künstlergarderoben, des Backstage- und Cateringbereichs übernimmt die in Pyrbaum ansässige Firma.

Über 50.000 Fans feiern – Ausnahmezustand im Stadion

Erst kurz nach Beginn der Show wurde der Regen von einem sternenklaren Himmel abgelöst. Fast 400.000 Liter Regenwasser waren seit Donnerstag zwischenzeitlich durch die knapp 15.000m² Bodenabdeckungen auf den Rasen und den Tartanbelag gesickert.

Während über 50.000 Fans einen würdigen Abschluss der Jubiläumstour in Nürnberg feiern – blicken die Platzwarte besorgt in die Menge.
Wie wird der Rasen die Kombination aus Sonne und Regen verkraften? Bereits eine Woche soll das nächste Fußballspiel in der Arena gegen PSG Paris Saint-Germain stattfinden.

Nur kurz nachdem die letzten Klänge von „Amoi seng ma uns wieder“ nach über drei Stunden in der Nacht verhallen und die letzten Gäste die Arena verlassen haben, beginnt der nächste Kraftakt.
Bevor der Boden zurückgebaut werden kann, müssen die zahlreiche „Hands“ erstmal die Fläche räumen: Hunderte Bühnenbarrikaden und Polizeigitter werden in Windeseile auf die LKWs verladen.

Nur wenige Stunden nach Showende im Publikumsbereich: Als wäre (fast) nichts gewesen

Für die Abbaucrew geht es gleich weiter: Bereits in den frühen Morgenstunden haben die ersten LKWs mit Bodenplatten das Stadion verlassen – rund 7.000m² Rasenhalme recken sich langsam wieder in der Morgensonne – als wäre fast nichts gewesen.
„Hier sieht man ganz deutlich, dass die Lastverteilung ideal funktioniert hat“ so Marincic mit Blick auf die noch leicht im Rasen erkennbaren Plattenabdrücke. „Der Rasen wird aber schon in wenigen Tagen wieder wie vorher aussehen.

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